moenchmuehle_1900Die Mühle verdankt ihre Entstehung den geistlichen Herren von Arnsburg und ist in das 13. Jahrhundert zu verlegen. Die praktischen Mönche ersahen das außerordentlich günstige Gelände des Quellengebietes am Fuße des Burghains für die Anlage aus und machten das sonst im natürlichen Lauf zu Tal über Au und Mönchwiese abfließende Wasser durch einen künstlichen Ableitungsgraben ihrem Zwecke dienstbar. Die älteste Urkunde, welche von dem Dasein der Mönchmühle Kunde gibt, ist vom Jahr 1360. Die Urkunde lautet wörlich:"Wir raidlute und Oberlude, gekoren zuschin den herren von Arnsburg und Metzen eliche frawe etwann was Hartmanns gen. Schwarzen zu besehene abtene un der nach zu besegene, wie vil besserunge Metze vorgen, haben uff der molen und habereide, die dazu gehort, die Hartmanne Schwarzen vorgen. erm buswirte in deme Dorf zu Beuern gelegen zu lantsidil rechte von den vorgen. geistlichen herren was geluben, besagen of onsirn evt, wan die herren von Arnsburg Metzen un den ganerben, die zu gehorent XXVI punt heller gebint, das syn alle besserunge vorgen. vollicliche hant abgelegit." 1360. (Arnsb. Urk. B. Nr. 881).

sommerl2In ihr handelt es sich um Verbesserungen, die die Pächterin Hartmann, des Schwarzen Ehefrau, an der Mühle gemacht hatte und die nach damaligem Recht in Anrechnung gebracht werden mußten. Ihre Forderung wurde durch gewählte Ratleute anerkannt und ihr eine gewisse Summe zugebilligt. Auch die Ganerben waren hier mitbeteiligt. Von 1360 ab verlieren sich durch einen Zeitraum von fast vier Jahrhunderten hindurch alle Spuren von der Mönchmühle und ihren Pächtern. Die in den Kirchenbüchern vorkommenden Namen: Sommerlad (1692) und Thielemann (1695) werden allgemein als molitor bezeichnet. Erst 1706 erscheint wieder ein sicherer Mönchmüller, Antonius. Er scheint das Haupt einer Müllerfamilie zu sein, die sich durch Jahrzehnte hindurch auf der Mühle behauptet hat. Darauf deutet wenigstens eine am unteren Stock des Wohnhauses befindliche Inschrift vom Jahr 1736, in welcher der Name Antonius wiederkehrt und die Anfügung Antonide wohl auf eine Gesamtheit von Trägern dieses Namens hinweist. Die sonst schwer lesbare lateinische Inschrift sagt ferner, daß das Mühlwerk damals von neuem errichtet worden sei. Es scheint sich aber diese Erneuerung nur auf den unteren Stock des Wohnhauses und des Mahlwerkes zu beziehen, die übrigen Teile des Gebäudes sind offenbar viel ältern (Text aus: "Bei uns in Beuern" bearbeitet und herausgegeben: Heimatverein Beuern e. V. Dieser Spruch wurde von der Familie Schließner nie entdeckt) . 1808 wird in den Kirchenbüchern Johann Jakob Wolf, Müller in der Mönchmühle, aufgeführt. Dessen Sohn Konrad erwarb laut Kaufbrief vom 16. Januar 1832 die Mühle zu Eigentum, die bis dahin in Erbleihe oder Erbestand, wie es in den alten Grundbüchern heißt, ausgetan war. Von diesem erstand das Anwesen ein gewisser Zörb aus Hochelheim und nach ihm sein Schwager Johann Nürnberger, der Hüter der Beuerner Gemeindewaldungen. Seit 1875 ist die Mühle im Besitz der Familie Sommerlad. Während der beiden Weltkriege ging der Mühlenbetrieb ohne Unterbrechung weiter. Heinrich Schließner, inzwischen Besitzer der Mühle, wurde als Soldat zur Wehrmacht eingezogen. Seine Frau mußte zusammen mit dem französischen Kriegsgefangenen Maurice Tillhard (gestorben Januar 2001) die Arbeit in der Landwirtschaft und in der Mühle bewältigen. Im Jahre 1948 wurde das alte Mühlrad ausgebaut und durch eine moderne Turbinenanlage ersetzt. Der Mühlenbetrieb wurde am 13. Oktober 1961 eingestellt. Das Anwesen wurde im Laufe der Jahre den veränderten Bedingungen im landwirtschaftlichen Bereich angepaßt, erweitert und verändert. Wohnhaus und die Scheune mit Stallungen wurden 1973 durch Neubauten ersetzt. Neben der Landwirtschaft und einer Forellenzucht dient seit 1977 die Aktion: "Urlaub auf dem Bauernhof" mit Feriengästen dem Broterwerb des damaligen Besitzers Erwin Schließner. Seine Verbundenheit zum Müllereigewerbe ließ ihn nicht ruhen, der "Mönchmühle" ihren Mühlencharakter wiederzugeben. Nach langem Suchen fand und erwarb er das Mühlrad der "Alten Mühle" in Nordeck und ließ es zur Freude der Dorfbewohner und Gäste an der alten Stelle wieder errichten. Erwin Schließner hat sein Anwesen bereits an seinen Sohn Jürgen Schließner übergeben, der nebenberuflich den Betrieb aufrecht erhält, es allerdings ohne die tatkräftige Hilfe seines Vater sehr viel schwerer hätte. Ferienzimmer und Forellen gibt es selbstverständlich immer noch. Wie so häufig bei klösterlichen und ritterlichen Baulichkeiten, ging auch von der Mönchmühle die Sage von einem unterirdischen Gang. Es sind aber bei Umbauten keine Spuren eines solchen aufgefunden worden. Sicherer ist die Überlieferung von einem eigenen Verbindungsweg der Mönchmühle mit dem Dorf, dessen Spuren sich noch verfolgen lassen. Infolge der Feldvermessung (Flurbereinigung) in den 1840er Jahren ist auch er hinfällig geworden.